Budo / Lehrer / Schüler

An alle die sich ernsthaft mit dem Budo beschäftigen wollen,

Die Zeilen im Anhang brachte mir Dieter Vleeschhouwers, Dieter der früher selber eine Kampfsportschule hatte und mit Detlef Türnau im Aufbau des MTBD half, fand diese Texte/Zeilen in seinen alten Unterlagen.

In den letzten 35 – 40 Jahren verschwindet immer mehr die Philosophie im Kampfsport, Pokale und erste Plätze sind wichtiger wie Persönliches Wachstum. Nicht das ich was gegen Pokale etc. habe, nein, die bekommt man auch und gerade dann wenn man an sich arbeitet, sondern, die Abkürzungen sind es die mir nicht gefallen. Abkürzungen die eigentlich keine sind und uns in die Gefahr bringen den richtigen Weg nicht mehr zu finden.


Es gibt so Sätze, wie:

-Wer ein Feldherr sein will sollte vorher ein Soldat sein
-In einem aussichtslosen Kampf ist aufgeben der höchste Verrat
-Wer andere kennt, ist klug; Wer sich selbst kennt, hat Einsicht. Wer andere bezwingt, hat Gewalt; Wer sich selbst bezwingt, hat Stärke."


Frederick Jungheim

der Unbeugsame, der Dinosaurier, der Guru, Meister………. Oder nur einfach ICH.


Und nun die Zeilen/Text vom Dieter

Perfekter/guter Lehrer

Ein „guter“ Lehrer hat eine bestimmte Verantwortung gegenüber seinen Schülern. Das erste was diese lernen müssen ist, das sie sich nur auf sich selbst verlassen können und nicht primär auf ihre Kampftechniken. Auch wenn ein Schüler zum Meister wird und sich von seinem Meister trennt, sollte immer noch eine geistige Verbundenheit vorhanden sein. Es obliegt aber immer dem Schüler ob er seine geistige Beziehung mit seinem Meister eingeht und aufbaut. Dieses beruht auf Liebe, Respekt und Loyalität.

Diese Entscheidung trifft der Schüler, der zum Meister geworden ist, da nämlich jeder Meister ein Schüler bleibt gegenüber dem alten Meister. Leider trifft das sehr selten zu, d.h. nur wenige Schüler treffen diese Entscheidung.

Es gibt Schüler die immer und ewig auf der Suche sein werden nach dem „perfekten Meister“. Diesen gibt es leider nicht, da dieser auch nur ein Mensch ist, der Fehler macht und dadurch nicht Perfekt ist. Das Ergebnis ist, das der Schüler auf seiner Suche dadurch sein Leben lang enttäuscht sein wird. Auch ein Schüler kann sein Lehrer enttäuschen, aber dieser schweigt, wartet und weiß … es gibt auch keinen perfekten Schüler.

Ein Lehrer kann vieles von seinem Schüler lernen, aber der Schüler sollte nie versuchen, seinen Lehrer zu belehren.

 

Beziehung zwischen Meister und Schüler

Das Bild

Jeder Schüler hat ein bestimmtes Bild von seinem Lehrer. Er kann aber dann enttäuscht werden, wenn er sieht das der Lehrer im Privatleben, wenn er nicht auf der Matte steht, auch nur ein Mensch ist wie jeder andere, mit Gefühlen und Fehlern.

Deswegen sollte ein Schüler seine Lehrer nie auf ein Podest stellen oder als „Oberguru“ sehen. Der Lehrer ist nur ein „Leitfaden“.

 

Lob

Ein Schüler kann enttäuscht sein, wenn sein Lehrer ihn nicht lobt. In den Kriegskünsten ist es so, das in dem Moment wo jemand gelobt wird, dieser aufhört nach Perfektionismus zu streben. In einer Kampfkunst sollte man nie zufrieden sein mit sich selbst. In dem Moment wo man denkt gut zu sein in dem was man macht, hört man auf sich weiter zu entwickeln und dadurch werden Andere besser – wobei es immer einen Besseren gibt.

Viele Kriege sind verloren gegangen weil man zu früh gedacht hat gewonnen zu haben. Ein Krieg kann trotzdem weiter gehen, auch wenn er schon beendet ist. Dieses bedeutet dass der Trainierende viel Geduld aufbringen muss. Jeder Meister hat eine andere Art seine Schüler zu loben oder zu tadeln. In der Kriegskunst ist es so dass man die Sachen tut, ohne dafür etwas zu erwarten, wie zum Beispiel Lob, Erfolg, Ruhm oder Unbesiegbarkeit.

Diese Dinge behindern die geistige Entwicklung und halten den Schüler davon ab, sich mit dem Körper zu verschmelzen, was Voraussetzung ist, um die vom Menschen so genannte „Perfektion“ zu erlangen.

 

Perfektion

„Perfektion“ liegt in der fehlenden Perfektion. So wie die Natur Fehler macht und sie sich auch selbst wieder korrigiert, was ihr heut zu tage nicht immer gelingt, da der Mensch sich in „ihr“ eingemischt hat.

Da der Mensch nicht perfekt von Natur aus ist, kann er auch nichts Perfektes zustande bringen.

Leider liegt es auch in der Natur des Menschen andere dafür verantwortlich zu machen, z. B. Eltern oder Lehrer. Dabei ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich (eine originäre Regel der Psychologie!).

 

Die Kampfkunst

Da die Kriegskünste von Menschen erschaffen worden sind und der Mensch nun mal fehlerhaft ist, kann es auch keinen perfekten Kampfstil geben.

In Asien gibt es viele Künste, z.B. Die Kunst der Liebe, die Kunst des Krieges, die Kunst des Heilens und die Kunst des Tötens.

„Es gibt keinen guten oder schlechten Kampfstil“.

Es kommt immer auf den Vertreter eines Kampfstils an, ob er ihn „gut“ oder „schlecht“ vertritt. Die „Perfektion“ eines Kampfstils besteht darin das der Ausübende sich im Kampf „Komplett“ dem Gegner anpasst, ihn dadurch kennen lernt und ihn mit seinen eigenen und durch seine eigenen Fehler besiegt.